Gruppentherapie
Über Gruppenpsychotherapie

Alle Formen seelischer Erkrankungen und Störungen gehen auch mit Schwierigkeiten in den Beziehungen zu anderen Menschen einher. Solche Schwierigkeiten in der Gruppentherapie sehr viel besser zugänglich als in einer Einzeltherapie. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Gruppentherapie ebenso wirksam ist wie Einzeltherapie.
Das Ziel der Gruppentherapie ist dabei, Verhaltensweisen und Einstellungen zu verändern, die sich über viele Jahre und Jahrzehnte entwickelt haben. Es ist ein langsamer und schrittweiser Prozess. Es ist dafür sehr wichtig, dass möglichst wenige Termine versäumt werden!
Einzelgespräche sind möglich, sollten aber die Ausnahme bleiben.
Die Gruppe stellt eine art Soziales Experimentierfeld dar, mit dem Ziel, in einem offenen und ehrlichen Austausch mit den anderen Gruppenmitgliedern Positives  und Negatives zurückzumelden und dadurch wichtige Dinge über sich zu erfahren. Das kann zeitweise durchaus belastend sein. Dadurch wird es möglich, Wege zu finden, lohnende und zufrieden stellende Beziehungen zu Menschen im eigenen Leben herzustellen.

Die Gruppe stellt ein Forum dar, in dem neue Verhaltensweisen ausprobiert und gewisse Risiken eingegangen werden können. Dazu ist es wichtig, Gefühle in der Gruppe ehrlich und direkt zu äußern, insbesondere den anderen Gruppenmitglieder und dem Therapeuten gegenüber. Die Gruppe ist aber keinesfalls ein Zwangsbeichtstuhl. Menschen brauchen unterschiedliche lange, um Vertrauen zu entwickeln und Gefühle zu zeigen.

Insbesondere für neue Mitglieder kann es anfangs peinlich und schwierig sein, sich über eigene positive und negative Gefühle direkt zu äußern. Zeitweise kann es schwer sein zu erkennen, dass die Bearbeitung von Gruppenproblemen und Beziehungen oder Konflikten innerhalb der Gruppe zur Lösung eigener Schwierigkeiten außerhalb der Gruppe beiträgt.

Eine wichtige Erfahrung in der der Gruppe ist, dass Hilfestellungen häufig eher von Mitpatienten kommen als vom Therapeuten. Dabei ist aber nicht die Aufgabe der Therapiegruppe, freundschaftliche Kontakte zu vermitteln. Es kann sogar so sein, dass Freundschaften unter Gruppenmitgliedern die Arbeit in der Gruppe erschweren können, da die freundschaftlichen Gefühle gegenüber einzelnen Gruppenmitgliedern einen anderen hindern können, sich offen zu äußern ohne das Gefühl zu haben, den anderen zu verraten. Selbstverständlich sind freundschaftliche Kontakte nicht verboten, aber sie sollten dann in der Gruppe offen besprochen werden.

Die Grundvoraussetzung für diese Form therapeutischer Arbeit ist, dass die in der Gruppe besprochenen Dinge vertraulich behandelt werden.

Abschließend sei bemerkt, dass neben der gewünschten Offenheit in der Gruppe es ebenso wichtig ist, die eigenen Erträglichkeitsgrenzen und die der anderen Gruppenmitglieder zu beachten.